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Dez. 19, 2025
Zinsschock ohne Nachbeben – Warum die Märkte überraschend stabil bleiben
Auch das zweite große Risikoszenario des Jahres hat seinen Schrecken verloren. Nach der erwarteten Zinssenkung durch die US-Notenbank folgte nun auch die Bank of Japan mit einer Zinserhöhung auf ein Niveau, das seit rund zehn Jahren nicht mehr erreicht wurde. Was im Vorfeld als potenzieller Auslöser für massive Turbulenzen galt, entpuppte sich letztlich als kontrolliertes Ereignis. Die Märkte hatten den Schritt offenbar frühzeitig verarbeitet, der eigentliche Schock blieb aus.

Bitcoin zeigte bereits im Vorfeld eine deutliche Reaktion. Innerhalb weniger Tage korrigierte der Kurs um mehr als 10.000 US-Dollar, was einem Rückgang von rund elf Prozent entsprach. Parallel dazu verlor der japanische Nikkei-Index etwa fünf Prozent. Beide Bewegungen deuten darauf hin, dass Investoren das Risiko der japanischen Zinspolitik frühzeitig eingepreist hatten. Umso bemerkenswerter ist die aktuelle Ruhe am Markt. Eine tiefere Korrektur unterhalb von 84.000 US-Dollar, die zuletzt als möglich galt, blieb bislang aus. Statt einer klassischen Bullenfalle wirkt die aktuelle Seitwärtsphase eher wie eine Verschnaufpause nach Wochen hoher Unsicherheit und ausgeprägter Volatilität.
Ein Blick auf die Saisonalität unterstützt dieses Bild. Die Zeit rund um Weihnachten und den Jahreswechsel zählt bei Bitcoin traditionell zu den schwankungsintensivsten Phasen. Während das Handelsvolumen durch private Marktteilnehmer sinkt, nutzen größere Akteure diese Umgebung häufig für gezielte Positionsanpassungen, was zu abrupten Bewegungen führen kann.
Aus charttechnischer Sicht bleibt das Gesamtbild vorerst konstruktiv. Sowohl im Vier-Stunden- als auch im Tageschart dominiert weiterhin eine positive Struktur. Kurzfristig rückt der Bereich um 91.000 US-Dollar in den Fokus, während der Tageschart sogar Potenzial bis in die Region um 98.000 US-Dollar erkennen lässt. Eine spürbare Erholung erscheint wahrscheinlich, bevor sich das Marktumfeld mittelfristig erneut eintrübt.
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