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Jan. 17, 2026
Bank of Japan beginnt ETF-Verkäufe
Die Bank of Japan plant, mit dem Verkauf von ETF- und REIT-Beständen zu beginnen. Damit startet der Abbau einer der außergewöhnlichsten geldpolitischen Maßnahmen der letzten Jahre.

Die Bank of Japan bereitet sich darauf vor, erstmals mit dem Verkauf ihrer umfangreichen ETF- und REIT-Bestände zu beginnen. Diese Vermögenswerte wurden über viele Jahre im Rahmen extrem lockerer Geldpolitik aufgebaut, um Aktienmärkte zu stabilisieren und Deflationsrisiken zu bekämpfen. Der geplante Schritt markiert einen bedeutenden Wendepunkt in Japans Geldpolitik.
Die Zentralbank hält einen erheblichen Anteil des heimischen Aktienmarktes über ETFs sowie Beteiligungen an Immobilienfonds. Der schrittweise Abbau dieser Positionen signalisiert, dass die Bank of Japan das außergewöhnliche Kriseninstrumentarium der vergangenen Dekade verlassen will. Gleichzeitig steht sie vor der Herausforderung, Marktverwerfungen zu vermeiden, da größere Verkäufe potenziell Druck auf Aktien- und Immobilienmärkte ausüben könnten.
Für die globalen Finanzmärkte ist dieser Schritt von struktureller Bedeutung. Japans Geldpolitik galt lange als Blaupause für extreme Maßnahmen, die später auch von anderen Zentralbanken übernommen wurden. Ein geordneter Rückzug könnte als Signal für eine breitere geldpolitische Normalisierung interpretiert werden. Für den Kryptomarkt ist die Entwicklung ebenfalls relevant. Der Abbau von Zentralbankliquidität kann kurzfristig die Risikobereitschaft belasten. Gleichzeitig unterstreicht der Schritt die Grenzen traditioneller Geldpolitik und stärkt langfristig das Interesse an alternativen, nicht staatlich kontrollierten Vermögenswerten.
Die Inhalte in Crypto Now dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Anlage- oder Finanzberatung dar. Investieren und Traden sind mit Risiken verbunden und erfolgen auf eigene Verantwortung.
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